Wettersteingebirge Berge

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Die Berge im Wettersteingebirge: Felsfestungen, Kare & alpine Traumziele

Wenn du das erste Mal im Tal von Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Leutasch oder Ehrwald stehst, schaust du direkt auf die steilen Felsen: Die Berge im Wettersteingebirge. Sie bilden einen der imposantesten, schroffsten und abwechslungsreichsten Felsriegel der gesamten Nordalpen. Auf einer Fläche von rund 400 Quadratkilometern erstreckt sich dieses Gebirge grenzüberschreitend zwischen Bayern und Tirol und zieht Urlauber, Tagesausflügler, passionierte Bergwanderer und erfahrene Alpinisten in seinen Bann.

Das Gesicht des Wettersteins ist von extremen Kontrasten geprägt. Auf der einen Seite findest du sanfte, bewaldete Voralpenhügel mit gemütlichen Almhütten und spektakulären Panoramawegen; auf der anderen Seite ragen senkrechte, hunderte Meter hohe Wettersteinkalk-Wände auf, in denen wilde Karre, messerscharfe Felsgrate und ausgesetzte Klettersteige liegen.

Die prominentesten Hauptgipfel im Wettersteingebirge

Zugspitze (2.962 m) – Das alpine Wahrzeichen Deutschlands

Die Zugspitze ist nicht nur der höchste Berg Deutschlands, sondern auch ein geografisches Monument der Superlative. Ihr Massiv thront mächtig über dem Eibsee im Westen und dem Reintal im Südosten. Am Gipfel treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander: Während Urlauber die Zugspitze barrierefrei über die Seilbahn Zugspitze ab Grainau, die Zahnradbahn oder die Tiroler Zugspitzbahn ab Ehrwald erreichen, kommen Bergsteiger nach stundenlangen Aufstiegen hier oben an. Der klassische Weg verläuft durch das sanfte, aber lange Reintal, während die Route durch das Höllental über den Höllentalferner und den Klettersteig höchste alpine Erfahrung erfordert. Oben am Zugspitzplatt ist Deutschlands einziger Gletscher (der Schneeferner).
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Alpspitze (2.628 m) – Das Pyramiden-Wahrzeichen von Garmisch

Die fast symmetrische Ostwand-Pyramide der Alpspitze ist das unverwechselbare Fotomotiv über dem Garmischer Talbecken. Sie steht als kühner Felszahn leicht nördlich des Hauptkamms. Während ihre Nordwand steil und schroff abfällt, bieten die Zugänge über die Schultern sagenhafte Tiefblicke. Für ambitionierte Bergwanderer und Klettersteig-Einsteiger ist die berühmte Alpspitz-Ferrata das Ziel der Träume. Dieser durchgehend mit Eisenstiften und Drahtseilen gesicherte Steig beginnt direkt an der Bergstation Osterfelderkopf. Wer den Gipfel lieber auf ursprünglichen Pfaden erreichen möchte, wählt den Aufstieg durch das Oberkar oder kombiniert die Tour mit einem Abstieg über die Bernadeinspitze zum Kreuzeck.
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Hochwanner (2.744 m) – Der einsame Riese im Hauptkamm

Obwohl der Hochwanner nach der Zugspitze der zweithöchste Berg Deutschlands ist, kennen ihn nur wirklich versierte Alpinisten. Der Hochwanner dominiert die mächtige Wetterstein-Südwand, die ins Leutascher Gaistal bricht, während seine Nordseite 1500 Höhenmeter steil ins Reintal abfällt. Am Gipfel genießt du eine vollkommene Stille weitab der Zivilisation. Der mühsame Anstieg verlangt Kondition und führt von Süden aus dem Leutascher Gaistal. Erfahrene Bergsteiger bewältigen hier wegloses Gelände, steilsten Schutt und leichte Felskraxeleien im I. Grad nach UIAA.
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Dreitorspitze (Partenkirchener 2.633 m / Leutascher 2.744 m) – Das steinerne Schlosstor

Das Massiv der Dreitorspitze schließt das Wettersteingebirge nach Osten hin ab und ragt direkt über das berühmte Schachenhaus auf. Drei gewaltige Felszinken bilden eine meilenweit sichtbare Felsburg, unter der sich die unnahbaren Karrenfelder des Oberreintals ausbreiten. Über das Königshaus am Schachen führt der schweißtreibende Weg empor zur hochalpin auf einer Scharte thronenden Meilerhütte (2.366 m). Von dort leitet ein gesicherter, felsiger Steig (Klettersteig A/B) hinauf auf den Hauptgipfel der Partenkirchener Dreitorspitze.
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Wilde Grenzgipfel & Felsmassive für Kletterer und Genießer

Die Felskette der Waxensteine (Großer Waxenstein 2.277 m) zieht sich wie eine uneinnehmbare Festung direkt südlich von Grainau dahin. Der Tiefblick vom schmalen Gipfelgrat des Großen Waxensteins auf das türkisblau schimmernde Wasser des Eibsees gehört zum Dramatischsten, was Bayerns Bergwelt zu bieten hat. Die Besteigung ist eine reine Alpin-Klettertour ohne Schilder oder Stahlseile. Freie Kraxelei im I. und II. Grad (UIAA), extrem brüchiger Fels und hohe Steinschlaggefahr machen einen Helm zwingend erforderlich; gestartet wird meist am Wanderparkplatz P2 Hammersbach.

Ein Stück weiter östlich thront der Hochblassen (2.703 m) als zackiger Felsklotz direkt über dem smaragdgrünen Stuibensee. Er markiert den Eingang zum Reintal und belohnt den weglosen Felsanstieg über das Hochkar mit Ausblicken auf die Felszacken des Jubiläumsgrats. Ähnlich imposant präsentiert sich die Obere Wettersteinspitze (2.297 m) am Nordost-Eck des Gebirges über Mittenwald, deren steiler Aufstieg durch das Bergleintal Schwindelfreiheit und Kraxelerfahrung fordert. Auf der Tiroler Seite ragen zudem die Gehrenspitze (2.367 m) über dem idyllischen Puittal und die Große Arnspitze (2.196 m) als Grenzgipfel empor, die sich ideal von Leutasch oder Scharnitz aus erkunden lassen.

Panorama- & Genussberge: Wandern mit Traumblick für alle

Wettersteingebirge Berge - schroffe Kalkfelsen machen die Schönheit aus
Wettersteingebirge Berge – schroffe Kalkfelsen machen die Schönheit aus

Nicht jeder Tag im Urlaubsplan verlangt nach Seil- oder Klettergurt. Das Wettersteingebirge bietet wundervolle, sanftere Erhebungen, auf denen Familien, Genusswanderer und Einsteiger das gewaltige Panorama entspannt auf sich wirken lassen können.

Der wohl beliebteste Familienberg der Region ist der Hohe Kranzberg (1.391 m) bei Mittenwald. Mit seinem Barfußwanderweg, gemütlichen Holzliegestühlen am Gipfel und sanften Wiesenpfaden ist er das perfekte Ziel für Groß und Klein. Auf der Garmischer Seite lockt das Kreuzeck (1.651 m), das durch die alpine Ski-Weltcup-Piste Kandahar berühmt wurde. Es dient als idealer Ausgangspunkt für Höhenwanderungen auf fast gleichbleibender Höhe unterhalb der Alpspitz-Nordwand.

Direkt darüber liegt der Osterfelderkopf (2.057 m) mit der frei schwebenden Aussichtsplattform AlpspiX, die auch ohne Gipfelaufstieg spektakuläre Tiefblicke gewährt. Wer es ruhiger mag, wandert am Eckbauer (1.237 m) oberhalb der Partnachklamm oder erkundet den schattigen Grünkopf (1.587 m) – ein Geheimtipp oberhalb von Mittenwald. Auf der Leutascher Seite sticht der Predigtstuhl (2.234 m) als erstklassiges Bike-&-Hike-Ziel hervor, das sich hoch über den buckeligen Almböden des Gaistals aufbaut.

Sicherheits- & Ausrüstungstipps für den Wettersteinkalk

Der graue Wettersteinkalk ist wunderschön, birgt aber alpine Besonderheiten. Da das Gestein in den höheren Lagen brüchig ist, gehört bei Touren durch Kars und an unmarkierten Gipfeln wie dem Großen Waxenstein oder dem Hochblassen zwingend ein Helm im Rucksack. Zudem ist das Kalkgestein stark verkarstet: Niederschlag sickert rasch tief in den Berg ab, weshalb es ab der Waldgrenze kaum Quellen gibt und du ausreichend Trinkwasser mitnehmen musst. Behalte außerdem stets den Wetterbericht im Auge, da sich Wärmegewitter im Wetterstein schnell entladen und ausgesetzte Grate wie den Jubiläumsgrat gefährlich machen können.

Mein Fazit

Die Berge im Wettersteingebirge zählen zu den aufregendsten Gipfeln der Alpen. Einige Berge sind extrem erschlossen und ganz leicht mit der Seilbahn erreichbar. Die meisten Berge sind aber richtig wild, völlig unberührt und anstrengend zu besteigen. Achte daher bei deiner Tourenwahl genau, welche Berge im Wettersteingebirge zu deiner Kondition und Bergerfahrung passen.

Mehr Berge?
Wenn du schroffe Berge liebst, wird es dir auch die Nordkette Innsbruck im Karwendel gefallen. Gleiches gilt für den Nationalpark Triglav in Slowenien. Ganz anders aber wunderschön sind die Berge rund um die Schrammsteine.

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