Das Puittal: Das unberührte Hochtal im Leutascher Wetterstein
Wenn du im Leutaschtal unterwegs bist und nach einem Ort suchst, an dem du die alpine Stille erleben kannst, ist das Puittal dein Ziel. Dieses vollkommen unberührte Hochtal erstreckt sich nordöstlich von Leutasch und steigt zwischen den steilen Felswänden der Scharnitzspitze und der Gehrenspitze empor bis zum Scharnitzjoch.
Während es im benachbarten Gaistal auf den breiten Almwegen trubeliger zugeht, findest du im Puittal weder Forststraßen noch Einkehrmöglichkeiten. Hier regieren glasklares Quellwasser, weite Latschenfelder, schroffe Schuttkare und eine fast schon meditative Ruhe. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du das Puittal vom Weiler Puitbach aus komplett durchwanderst, welche weiteren Wanderwege sich anbieten und wie du die Tour als perfekte Rundwanderung abschließt.
Das Puittal auf einen Blick
Das Puittal verläuft von Leutasch-Puitbach nach Nordosten hinein in das Felsmassiv. Der Puitbach schlängelt sich durch den Talboden, bevor der Pfad über weite Karrenfelder steiler wird und schließlich am Scharnitzjoch (2.048 m) endet – dem Joch mit Blick ins Wettersteingebirge und Karwendelgebirge. Die Wanderung durch das gesamte Puittal erfordert eine solide Grundkondition, da es vom Tal bis zum Joch stetig bergauf geht. Wer mag, wandert vom Scharnitzjoch weiter auf die Gehrenspitze. Die beste Wanderzeit ist zwischen Juni und Oktober.
Der Aufstieg: Von Puitbach durch das gesamte Puittal
Wenn du das komplette Puittal erleben möchtest, beginnt deine Wanderung direkt im kleinen Weiler Puitbach im Leutaschtal.
1. Start im Weiler Puitbach
Du startest direkt am Parkplatz im Leutascher Ortsteil Puitbach. Ein sanft ansteigender Forstweg führt dich zunächst hinein in den kühlen Fichtenwald, vorbei an plätschernden Zuflüssen. Schon nach wenigen Minuten lässt du die Zivilisation der Leutasch hinter dir und folgst dem naturnahen Steig. Hier im Wald ist es noch schön schattig, dafür hast du noch keine Ausicht.
2. Durch das Felskar zum Scharnitzjoch
Nach etwa einer Stunde öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf das gesamte Ausmaß des Puittals frei. Vor dir breitet sich ein gewaltiges Felskar aus, flankiert von den senkrechten Kalkwänden der Scharnitzspitze, die bei Alpinkletterern extrem beliebt ist. Nimm auf einer der Aussichtsbänke Platz und genieße diesen Ausblick. Von hier führt der Pfad durch das gesamte Puittal hinauf – durch Latschenfelder, Almwiesen und schroffe Geröllfelder. Du durchwanderst das Tal in seiner vollen Länge, bis du schließlich das Scharnitzjoch (2.048 m) erreichst, wo dich ein fantastischer Ausblick hinüber zum Karwendelgebirge empfängt.
Gipfel, Übergänge & der perfekte Abstieg

Die Gehrenspitze (2.367 m)
Vom Scharnitzjoch aus hältst du dich nordwestlich und steigst über den steilen Südgrat der Gehrenspitze auf. Der Steig führt durch Geröll und erfordert im oberen Gipfelbereich Trittsicherheit sowie leichte Kraxelei. Am Gipfelkreuz wirst du mit gewaltigen Tiefblicken ins Leutaschtal und rüber zur Hochwanner-Südwand belohnt. –> Gehrenspitze
Über den Söllerpass zur Meilerhütte & Dreitorspitze
Für erfahrene Alpinisten eröffnet sich eine grandiose, hochalpine Route: Aus dem Puittal geht es über den ausgesetzten Söllerpass (2.259 m) und die Leutascher Platte. Diese anspruchsvolle Tour verlangt absolute Trittsicherheit im Fels und führt dich hinauf zur spektakulär auf dem Törl thronenden Meilerhütte (2.366 m) – dem idealen Ausgangspunkt für die Besteigung der Dreitorspitze.
Der Abstieg über die Wettersteinhütte ins Gaistal (Die Traum-Rundwanderung)
Um die Tour zu einer der schönsten Rundwanderungen im gesamten Wettersteingebirge zu machen, folgst du vom Scharnitzjoch dem Steig nach Süden hinab. Über den grünen Almkessel erreichst du die Wangalm (1.753 m) oder die nahegelegene Wettersteinhütte (1.717 m). Von der Wettersteinhütte wanderst du weiter bergab, bis du ganz unten im sonnigen Gaistal ankommst. Am Parkplatz Salzbach (P5) steigst du einfach in den VVT-Regiobus ein, der dich zurück zum Ausgangspunkt nach Puitbach bringt.
Praktische Infos für deine Planung
Anreise & Parken
- Parkplatz Puitbach / Reindlau (A-6105 Leutasch-Puitbach): Der direkte Startpunkt für den Aufstieg durch das gesamte Puittal.
- Parkplatz P1/P2 Klamm (Leutasch-Obern): Ausweichmöglichkeit in der Nähe.
Anreise mit dem Bus
Die Regiobusse der Region Seefeld fahren regelmäßig aus allen Leutascher Ortsteilen sowie von Seefeld bis zur Haltestelle Leutasch Puitbach sowie zur Haltestelle Leutasch Salzbach (P5) im Gaistal. Das macht diese Rundtour für ÖPNV-Nutzer unschlagbar komfortabel.
Mein Fazit – Lohnt sich das Puittal?
Das Puittal ist ein echter Geheimtipp für alle, die das Wettersteingebirge ruhig und naturnah erleben wollen. Die Kombination aus dem einsamen Aufstieg ab Puitbach und dem Abstieg ins Gaistal samt Bus-Rückfahrt ergibt eine der stimmigsten Rundwanderungen in der Leutasch.
Mein persönlicher Insider-Tipp für dich: Starte die Tour im Hochsommer bereits vor 7:00 Uhr morgens in Puitbach! Dann liegt das Tal noch in kühlem, friedlichem Schatten, und du erreichst das Scharnitzjoch, lange bevor die Sonne brennend heiß im Kar steht.
Planst du deinen Urlaub in der Region? Nutze das Bio-Hotel Leutascherhof als Basislager, um das Puittal, das sonnige Gaistal oder die große Runde auf den Predigtstein oder die Große Ahrnspitze zu erkunden! Von der Ahrnspitze hast du übrigens einen tollen Blick von oben ins Puittal.

