Ferchensee

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Ferchensee Mittenwald: Bergsee direkt am Wettersteingebirge

Wenn der benachbarte Lautersee an heißen Sommerwochenenden gut besucht ist, ziehe ich liebend gerne noch ein Stückchen weiter hinauf Richtung Wettersteingebirge. Nur etwa eine halbe Stunde Fußweg trennt die beiden Seen im Wettersteingebirge – doch am Ferchensee auf 1.060 Metern Höhe ticken die Uhren spürbar langsamer: Es kommen weniger Leute her.

Das Wasser leuchtet je nach Lichteinfall richtig stark smaragdgrün und türkis, während sich im Hintergrund die schroffen Felsen von Ferchenseekopf und Obere Wettersteinspitze aufbauen. Der See ist für mich der perfekte Rückzugsort für alle, die eine Kombination aus toller Bergkulisse und erfrischendem Badespaß suchen. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du am besten zum Ferchensee gelangst, welche Besonderheiten dich dort erwarten und wie du deinen Ausflug ideal planst.

Auf einen Blick: Der Ferchensee

  • Lage: 1.060 m ü. NHN, auf einem dicht bewaldeten Plateau zwischen Mittenwald und der Leutasch
  • Tiefe: An der tiefsten Stelle misst der See rund 19 Meter
  • Aktivitäten: Schwimmen, Stand-up-Paddling, Wandern, Einkehren, Fotografie
  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober zum Wandern und Baden; im Winter eine Kulisse für verschneite Spaziergänge
  • Besonderheit: Autofrei, extrem sauberes Gebirgswasser und deutlich ruhiger als andere oberbayerische Seen

Das solltes du über den Ferchensee wissen

Der Ferchensee speist sich überwiegend aus unterirdischen Quell des Wettersteinmassivs. Genau wie der Lautersee weist er eine hervorragende Wasserqualität mit hoher Sichttiefe auf. Wegen der geschützten Kessellage erwärmt sich die Oberfläche im Hochsommer auf angenehme 20 °C bis 22 °C – perfekt für eine erfrischende Abkühlung nach dem Aufstieg.

Rund um den See findest du kleine Kiesbuchten. Am Nord- und Ostufer bieten flache Liegewiesen viel Platz zum Sonnenbaden. Da es hier im Gegensatz zum Lautersee keinen offiziellen Bootsverleih gibt, bringen einige Einheimische ihr eigenes Stand-up-Paddle (SUP) mit. Lautlos über das smaragdgrüne Wasser zu gleiten, während sich die Wettersteinwände im See spiegeln, ist ein absolut einmaliges Erlebnis.

Durch das nährstoffreiche, saubere Wasser tummeln sich im Ferchensee zahlreiche Saiblinge, Forellen und Elritzen. Wenn du morgens ganz ruhig am Ufer stehst, kannst du die Fische im flachen Uferbereich oft mit bloßem Auge beobachten. Das Angeln ist hier allerdings streng reglementiert und erfordert spezielle Erlaubnisscheine.

Ferchensee Karte

Wege zum Ferchensee: So kommst du am besten hin

Weil der Ferchensee komplett für den privaten Autoverkehr gesperrt ist, genießt du hier eine herrliche Ruhe ohne Straßenlärm. Gleichzeitig kannst du aber nicht zum Ferchensee mit dem Auto fahrhen. Du hast verschiedene Möglichkeiten, das Ufer zu erreichen:

1. Die 2 Seen-Wanderung ab Mittenwald (Mein Tipp)

  • Dauer: ca. 1,5 Stunden (reine Gehzeit für den Hinweg)
  • Charakter: Abwechslungsreich, schattig und landschaftlich fantastisch
  • Verlauf: Du startest im Mittenwalder Ortsteil Im Gries und wanderst zunächst durch das wilde Laintal vorbei am Lainbach-Wasserfall und der Mariengrotte. Am Lautersee angekommen, folgst du dem breiten, sanft ansteigenden Forstweg weiter nach Westen, bis nach gut 2,5 Kilometern der Ferchensee vor dir auftaucht.

2. Über den Hohen Kranzberg

  • Dauer: ca. 2,5 bis 3 Stunden
  • Charakter: Mittelschwere Tour mit Panoramblick
  • Verlauf: Du steigst von Mittenwald aus auf den Hohen Kranzberg (1.391 m) auf, genießt die Aussicht von den Holzliegen und steigst anschließend auf der Westseite in gleichmäßigen Serpentinen direkt hinab zum Ferchensee.

Wie kommt man an den Ferchensee?

Anreise & Parken

Da der Ferchensee nicht direkt mit dem Auto angefahren werden kann, parkst du am besten im Tal in Mittenwald:

  • „P1“ – Parkplatz am Bahnhof Mittenwald (kostenpflichtig)
  • „P2“ – Parkplatz am Dekan-Karl-Platz in Mittenwald (kostenpflichtig)

Von beiden Parkplätzen aus erreichst du die Wanderwege Richtung Laintal, Lautersee und Ferchensee in wenigen Minuten.

Anreise mit der Bahn

Mit der Werdenfelsbahn reist du entspannt bis zum Bahnhof Mittenwald. Von dort aus kannst du direkt zu Fuß loswandern oder am Busbahnhof in den Wanderbus umsteigen. In der Sommersaison bringt dich der lokale Gästebus Mittenwald von Mittenwald über den Lautersee bis an das Nordufer des Ferchensees.

Mit dem E-Bike

Bei E-Bikern und Mountainbikern ist die Strecke von Mittenwald oder aus dem Leutaschtal kommend extrem beliebt, da der offizielle Radweg von der Straße Mittenwald – Leutasch abzweigt und direkt an den Ferchensee führt.

Lohnt sich der Ferchensee? Mein persönliches Fazit

Der Ferchensee ist für mich der etwas ruhigere, naturbelassenere See gegenüber dem Lautersee. Er zählt definitiv zu den landschaftlichen Perlen im Wettersteingebirge. Wenn du eine einfache, aber unglaublich abwechslungsreiche Halbtagestour suchst, empfehle ich dir unbedingt die Kombination aus Laintal, Lautersee und Ferchensee. Du bekommst auf knapp sechs Kilometern Wegstrecke Klamm-Atmosphäre, Wasserfälle, zwei traumhafte Bergseen und echte bayerische Gemütlichkeit geboten.

Ein kleiner Insider-Tipp für Genießer: Pack dir eine kleine Brotzeit und ein Handtuch ein und spaziere am Ferchensee am Nordufer entlang etwas weiter nach West-Südwest. Während die meisten Tagesausflügler direkt am Gasthaus oder den ersten Seezugängen hängen bleiben, findest du auf den hinteren Wiesenabschnitten selbst an heißen Juli-Tagen herrliche, schattige Plätzchen unter Fichten. Wenn du dort am späten Nachmittag ins Wasser steigst, liegt der See oft völlig spiegelglatt vor dir und die Nachmittagssonne taucht die schroffen Felswände der Wettersteinspitze in ein warmes, goldenes Licht – Alpenglühen im Wasseranschnitt inklusive!

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