Höllental

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Das Höllental: Der spektakulärste Anstieg auf die Zugspitze

Es gibt viele Wege auf die Zugspitze, doch keiner besitzt so viel Dramatik, Tradition und alpine Faszination wie das Höllental. Bizarre Felswände, tosendes Wasser in der tiefen Schlucht, Klettersteig-Passagen und der atemberaubende Schlussanstieg über den Höllentalferner machen diese Tour zum unangefochtenen Königsweg auf die Zugspitze (2.962 m).

Auf rund 2.200 Höhenmetern erleben hier Bergsteiger das Wettersteingebirge von seiner rauesten und ungezähmtesten Seite. Was als idyllischer Waldweg in Grainau beginnt, wandelt sich Schritt für Schritt zu einer ausgewachsenen Hochtour, die höchste Ansprüche an Kondition, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung stellt. In diesem Beitrag erfährst du alles über die Schlüsselszenen der Route, die erforderliche Ausrüstung und deine Vorbereitung.

Das Höllental auf einen Blick

Das Höllental erstreckt sich vom Grainauer Ortsteil Hammersbach in südlicher Richtung hinauf zum Zugspitzmassiv. Es wird eingerahmt von der mächtigen Felskette der Waxensteine im Westen und den Riffelwandspitzen im Osten.

Die Besteigung der Zugspitze durch das Höllental ist eine der anspruchsvollsten Tagestouren der Ostalpen. Sie kombiniert eine Klammquerung, mehrere Klettersteigabschnitte (Schwierigkeit B/C), eine Gletscherüberquerung auf dem Höllentalferner sowie den berüchtigten Übergang über die Randkluft im steilen Fels. Je nach Kondition dauert die reine Gehzeit zwischen 7 und 9 Stunden. Die ideale Saison ist von Anfang Juli bis Ende September, abhängig von der Schneelage auf dem Gletscher.

Am Eingang ins Höllental
Am Eingang ins Höllental

Die Etappen der Höllental-Route

Der Anstieg lässt sich in vier prägnante, völlig unterschiedliche Abschnitte unterteilen:

1. Von Hammersbach durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte

Du startest am Wanderparkplatz P2 Hammersbach in Grainau. Der Weg führt zunächst schattig entlang des Hammersbachs bergauf. Nach etwa einer Stunde erreichst du die Eingangs-Hütte der Höllentalklamm. Durch kühle Tunnels, über Stege und direkt vorbei an donnernden Wasserfällen schlängelt sich der Steig durch die Klamm. Dahinter öffnet sich der weite Talkessel, und nach gut 2 bis 2,5 Stunden erreichst du die modern neu erbaute Höllentalangerhütte (1.387 m) – der ideale Ort für ein drittes Frühstück oder eine Übernachtung.

2. Vom Höllentalanger über Leiter und Brett zum „Grünen Buckel“

Hinter der Hütte steilt der Weg rasch an. Du durchquerst den hinteren Anger und erreichst den Einstieg zum ersten Klettersteig. Hier warten die legendären Schlüsselstellen: Die Leiter verlangt senkrechtes Höhersteigen auf Eisenstiften, gefolgt vom ausgesetzten Brett, wo man auf Eisenbolzen über eine glatte Felswand quert. Dahinter leitet der Pfad über den sogenannten „Grünen Buckel“ bergauf zum Moränengelände unterhalb des Gletschers.

3. Die Überquerung des Höllentalferners & die Randkluft

Nun betrittst du den Höllentalferner. Je nach Ausaperung im Hochsommer ist das Eis teils blank oder von Altschnee bedeckt. Hier ziehst du deine Steigeisen an und steigst in Serpentinen über das steile Eis hinauf zum obersten Ende des Gletschers. Die größte Hürde ist oft die Randkluft – der spaltartige Übergang vom schwindenden Eis in die senkrechte Felswand. Dieser Übergang verändert sich von Jahr zu Jahr und fordert höchste Konzentration. 2026 wurde die Kluft so groß, dass es zu zahlreichen Unfällen kam – und sogar Bergführer nicht mehr mit Gästen diesen Weg zur Zugspitze geführt haben!

4. Der Klettersteig zum Zugspitzgipfel

Hast du die Randkluft überwunden, clippst du dein Klettersteigset in die Stahlseile des oberen Klettersteigs ein. In fantastischer Tiefblick-Atmosphäre zieht sich die Route über gut 500 Höhenmeter durch steile Felsrinnen und Bänder bergauf. Immer wieder blickst du hinab auf den kleiner werdenden Gletscher. Schließlich erreichst du das goldene Gipfelkreuz der Zugspitze und die Besucherplattform.

Ausrüstung & Sicherheit im Höllental

Da es sich um eine vollwertige Hochtour handelt, ist eine lückenlose Sicherheitsausrüstung zwingend erforderlich:

  • Klettersteigset & Gurt: Geprüftes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer und passender Klettergurt.
  • Steigeisen: Echte Steigeisen mit Antistollplatten für die Gletscherquerung (Grödel reichen im steilen Blankeis nicht aus!).
  • Helm: Unverzichtbar aufgrund von Steinschlag im Klettersteig und im Wandbereich.
  • Schuhwerk: Kategorie-B/C-Bergstiefel mit steifer Sohle, auf denen Steigeisen sicher halten.
  • Gletscherausrüstung & Pickel: Je nach Verhältnissen auf dem Höllentalferner ist ein Leichtpickel als Stütze extrem hilfreich.

Einkehr & Übernachtung

Höllentalangerhütte (1.387 m): Die alpine Schutzhütte des DAV ist die perfekte Basis, um die gewaltigen 2.200 Höhenmeter auf zwei Tage aufzuteilen. So startet man entspannt und vor der Mittagshitze in die Klettersteige.

Praktische Infos für deine Planung

Anreise & Parken

  • Wanderparkplatz P2 Hammersbach (Hammersbacher Fußweg / Zigeunerweg, 82491 Grainau): Der ideale, gebührenpflichtige Hauptparkplatz direkt am Startpunkt der Tour.
  • Parkplatz Zugspitzbad Grainau (Parkstraße 8, 82491 Grainau): Ausweichmöglichkeit im Ortszentrum.

Anreise mit ÖPNV

Mit der Bayerischen Zugspitzbahn oder dem Ortsbus ab Garmisch-Partenkirchen fährst du direkt bis zur Haltestelle Hammersbach (Grainau). Für den Rückweg nimmst du einfach die Seilbahn Zugspitze hinab zum Eibsee und fährst mit der Zahnradbahn zurück nach Hammersbach.

Mein Fazit – Lohnt sich das Höllental?

Das Höllental ist das absolute Meisterstück im Wettersteingebirge. Es verbindet alle Facetten des Alpinismus – von der rauschenden Schlucht über ausgesetzten Felsklettersteig bis hin zu knirschendem Gletschereis – zu einem unvergesslichen Gesamtkunstwerk.

Mein persönlicher Insider-Tipp für dich: Teile die Tour auf zwei Tage auf! Wandere am späten Nachmittag durch die schattige Höllentalklamm hinauf zur Höllentalangerhütte, genieße dort einen entspannten Hüttenabend und breche am nächsten Morgen im ersten Dämmerlicht auf. So bist du lange vor den großen Tagestouristen an der Randkluft und genießst den oberen Klettersteig im angenehmen Morgenschatten!

Für den Weg zurück ins Tal bietet sich eine bequeme Fahrt mit der Seilbahn zum Eibsee an, während du an den Folgetagen bei einer gemütlichen Runde um den Hohen Kranzberg, durch die Partnachklamm oder im Reintal noch mehr schöne Plätze im Wetttersteingebirge entdecken kannst!

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